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Liquidität planen statt hoffen: die rollierende Vorschau für den Mittelstand

Business Intelligence

Im August liegen die Zahlen des ersten Halbjahres auf dem Tisch, und in vielen Unternehmen beginnt die Planung für das kommende Jahr. Der Gewinn ist bekannt, der Kontostand ohnehin. Aus beidem lässt sich trotzdem nicht ablesen, ob im November genug Geld da ist, um Löhne, Steuervorauszahlung, Lieferantenrechnungen und eine geplante Investition gleichzeitig zu bezahlen. Genau diese Lücke schließt eine rollierende Liquiditätsplanung. Was sie leisten muss, welche Daten dafür längst im Haus liegen und wie das BI-Cockpit dream Vision sie in dCM abbildet.

Gewinn ist eine Meinung, Liquidität ist eine Tatsache

Der Satz ist alt, aber er trifft weiterhin. Umsatz entsteht buchhalterisch in dem Moment, in dem die Rechnung geschrieben wird. Geld fließt später, oft 14 oder 30 Tage später, manchmal erst nach der zweiten Mahnung. Auf der anderen Seite stehen Zahlungen, die sich nicht verschieben lassen: Löhne zum Monatsende, Sozialabgaben, Miete, Leasingraten, Umsatzsteuervoranmeldung. Wer Material vorfinanziert oder Projekte über Monate abwickelt, trägt diese Lücke doppelt.

Deshalb kann ein profitables Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten geraten, während ein Betrieb mit magerem Ergebnis komfortabel dasteht. Die Gewinn- und Verlustrechnung beantwortet die Frage, ob sich das Geschäft lohnt. Die Frage, ob am 28. des Monats Geld auf dem Konto ist, beantwortet sie nicht.

Warum Kontostand und BWA nicht reichen

Der Kontostand ist eine Momentaufnahme. Er sagt nichts darüber, welche Lastschriften in den nächsten zehn Tagen eingezogen werden. Die betriebswirtschaftliche Auswertung wiederum kommt vom Steuerberater mit einigen Wochen Verzug und blickt zurück. Beides zusammen ergibt ein Bild der Vergangenheit und einen Punkt in der Gegenwart, aber keine Vorschau.

Viele Betriebe füllen diese Lücke mit einer Tabelle, die eine Person pflegt und im Zweifel niemand sonst versteht. Solange sie gewissenhaft geführt wird, funktioniert sie. Sobald jemand im Urlaub ist, veraltet sie, und veraltete Liquiditätsdaten sind gefährlicher als gar keine, weil sie Sicherheit vortäuschen.

Zwei Horizonte, ein Verfahren

In der Praxis haben sich zwei Zeitfenster bewährt, die unterschiedliche Fragen beantworten.

  • 13 Wochen, wochengenau: der operative Horizont. Er zeigt, ob und wann es eng wird, und lässt noch Zeit zu handeln, etwa durch früheres Mahnen, verschobene Bestellungen oder eine abgestimmte Ratenzahlung.
  • 12 Monate, monatsgenau: der strategische Horizont. Er beantwortet, ob eine Investition, eine Einstellung oder eine Tilgung ins Bild passt.

Entscheidend ist das Wort rollierend. Die Planung wird nicht einmal im Jahr aufgestellt und dann abgeheftet, sondern regelmäßig fortgeschrieben. Fällt eine Woche aus dem Fenster, kommt hinten eine neue hinzu. So bleibt der Blick nach vorn immer gleich weit, und die Planung altert nicht.

Eine Zahl reicht nicht, Szenarien schon

Jede Prognose beruht auf Annahmen: Wann zahlt der größte Kunde? Kommt der Auftrag im Oktober oder im Januar? Statt sich auf einen Wert festzulegen, rechnet man deshalb drei Varianten, einen erwarteten Verlauf sowie eine optimistische und eine pessimistische Variante. Interessant ist nicht die einzelne Zahl, sondern die Frage, ob auch der schlechte Fall noch trägt. Genau dort liegt der Punkt, an dem eine Ampel warnen sollte, bevor der Dispo gezogen wird.

Die Daten liegen längst im Haus

Der Aufwand einer Liquiditätsplanung entsteht selten durch das Rechnen, sondern durch das Zusammensuchen der Daten. In einem integrierten System entfällt dieser Teil, weil die Quellen ohnehin dort liegen:

  • offene Posten aus den Ausgangsrechnungen, mit Fälligkeit und Mahnstufe,
  • Eingangsrechnungen und Bestellungen als geplante Auszahlungen,
  • Kontobewegungen, die über die Bankanbindung täglich abgeholt und den Belegen automatisch zugeordnet werden,
  • wiederkehrende Belege für alles, was jeden Monat gleich bleibt,
  • Budgetwerte je Konto und Kostenstelle als Vergleichsmaßstab.

Offene Posten sind kein Block, sondern eine Struktur

Für die Vorschau macht es einen erheblichen Unterschied, ob eine Forderung seit drei Tagen oder seit drei Monaten offen ist. Eine Staffelung nach Fälligkeit zeigt das sofort. Ergänzt um eine Bewertung des Zahlungsverhaltens je Kunde lässt sich abschätzen, welche Beträge realistisch wann eingehen. Ein Kunde, der seit Jahren zehn Tage zu spät zahlt, wird auch diesmal zehn Tage zu spät zahlen. Diese Erfahrung gehört in die Planung, nicht in den Kopf des Buchhalters.

Was dream Vision dafür mitbringt

dream Vision ist das BI- und Liquiditäts-Cockpit in dCM. Es greift direkt auf die operativen Daten zu, ohne Export und ohne Zwischenschritt:

  • Kennzahlen-Cockpit mit Tages-KPIs wie Umsatz, Bank-Saldo, offenen Posten und Rechnungen, jeweils mit Drill-down bis auf den Beleg.
  • Rollierende Liquiditätsplanung über 13 Wochen oder 12 Monate, mit Best-, Erwartet- und Worst-Szenario und einer Liquiditäts-Ampel, die bei Unterdeckung warnt.
  • OPOS-Aging und Zahlungsverhalten-Score: offene Posten nach Fälligkeit gebucketet, dazu eine Kundennote von A bis D für das Zahlungsrisiko.
  • Conversion-Funnel von Angebot über Auftrag bis Rechnung, damit die Vorschau nicht erst bei der Rechnung beginnt.
  • Budget und Plan-Soll-Ist je Konto, Kostenstelle und Periode, ergänzt um ein Tracking der Prognosegenauigkeit. Wer weiß, wie gut die eigene Planung in der Vergangenheit lag, kann ihr im nächsten Quartal angemessen vertrauen.
  • Reports als PDF oder Excel, auf Wunsch zeitgesteuert per Cronjob und E-Mail, etwa als Montagsbericht für die Geschäftsführung.

Für Unternehmensgruppen kommen ein Beteiligungs-Organigramm mit Durchgriffsquoten, die Bereinigung von Innenumsätzen zwischen verbundenen Gesellschaften und ein konsolidiertes Konzern-Cockpit hinzu. Dass jede Tochter dabei nur ihre eigenen Zahlen sieht, wird serverseitig erzwungen und protokolliert.

Auswertungen mit KI, aber freiwillig

Die KI-gestützten Auswertungen in dream Vision sind standardmäßig ausgeschaltet und einzeln freischaltbar. Wer sie nutzt, bekommt Hinweise auf Auffälligkeiten, eine Sicht auf die Kostenstruktur und die Möglichkeit, freie Fragen an die eigenen Zahlen zu stellen. Die Daten werden dafür pseudonymisiert, und die Ergebnisse durchlaufen eine Plausibilitätsprüfung, damit keine Zahlen entstehen, die es im System nicht gibt. Das ist kein Detail am Rande, sondern die Voraussetzung dafür, dass sich der Einsatz gegenüber dem Datenschutzbeauftragten und dem Betriebsrat erklären lässt.

Drei Schritte für den Anfang

  • Klein anfangen: 13 Wochen genügen für den Einstieg. Wer erst ein perfektes Jahresmodell bauen will, fängt erfahrungsgemäß nie an.
  • Einen festen Termin setzen: die Planung einmal pro Woche fortschreiben, am besten immer am selben Tag. Regelmäßigkeit schlägt Detailtiefe.
  • Abweichungen auswerten: jede Woche kurz vergleichen, was geplant war und was tatsächlich eingegangen ist. Nach zwei Monaten kennt man die eigenen systematischen Fehler und plant deutlich treffsicherer.

Fazit

Liquiditätsplanung ist keine Frage der Unternehmensgröße, sondern der Vorlaufzeit. Wer zehn Wochen im Voraus sieht, dass es eng wird, hat Optionen und kann in Ruhe mit Kunden, Lieferanten und Bank sprechen. Wer es zehn Tage vorher merkt, hat nur noch Notlösungen. Der Unterschied zwischen beidem liegt selten am kaufmännischen Können, sondern daran, ob die vorhandenen Daten regelmäßig nach vorn gerechnet werden. Gern zeigen wir Ihnen, wie das in dream Vision aussieht.

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Sehen, was in 13 Wochen auf dem Konto ist.

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